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Neustart in Deutschland: Au Pair

Hallo, mein Name ist Lara und ich komme aus Brasilien. Ich arbeite als Bundefreiwilligendienstleistende (Bufdi) im Carl Duisberg Centrum München. Nach meiner Schulzeit habe ich beschlossen, einige Zeit in Deutschland zu verbringen. Um die Sprache besser zu lernen, habe ich in einer deutschen Familie in München als Au Pair gelebt und gearbeitet.

Ich war schon immer neugierig auf die Welt und habe jede Möglichkeit genutzt, andere Kulturen kennenzulernen. Nach dem Abitur war mir klar, dass eine andere Sprache lernen oder verbessern und sogar im Ausland studieren wollte. Meine Wahl fiel auf Deutschland, da es dort erschwingliche Austauschprogramme und großartige Studienmöglichkeiten gibt. Allerdings brauchte ich etwas Zeit, um die Sprache zu lernen.

Da habe ich vom Au-Pair Programm erfahren.
Laut aupair.com ist Au Pair ein internationaler kultureller Austausch, der jungen Menschen die Möglichkeit gibt, einige Zeit im Ausland zu verbringen, mehr über eine andere Kultur zu lernen, ihre Fähigkeiten in einer Fremdsprache zu verbessern, im Austausch für Hilfe bei Aufgaben im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung.

Um nach Deutschland reisen zu können, musste ich ein Aupair-Visum beantragen. Einige der Anforderungen waren die Vorlage eines Zertifikats der einfachsten Deutschkenntnisse (A1-Niveau) und eines unterschriebenen Vertrages mit einer deutschen Familie, die mich für den kulturellen Austausch in ihrem Haus willkommen heißen würde. Alleine Deutsch lernen war kein Problem, ebenso wie die Online-Suche nach einer Familie.


Nachdem ich die richtige Familie gefunden, einige Formulare ausgefüllt und das Deutschzertifikat in den Händen hatte, packte ich meine Koffer und reiste ganz alleine nach München, eine der schönsten und internationalsten Städte Deutschlands.

🛫 Start in Deutschland

In Deutschland anzukommen war ziemlich cool. Meine Gastmutter holte mich am Flughafen ab und wir unterhielten uns die ganze Zeit, bis wir nach Hause kamen und ein sehr typisch bayerisches Gericht zum Abendessen hatten: Weißwurst und Bretzel.

Das war für mich der erste, bewusste kulturelle Unterschied. In Brasilien essen wir normalerweise etwas Warmes zum Mittag- und Abendessen, wie Reis, Bohnen, Fleisch und Salat oder ähnliches. Meiner Erfahrung nach ist es in Deutschland durchaus üblich, etwas Praktischeres zum Abendessen zu haben, wie Brot, Käse und rohes Gemüse.

Außerdem hat mich beeindruckt, dass man hier Wasser direkt aus der Leitung trinken kann, was sehr praktisch ist und man keinen Filter zu Hause braucht. Allerdings ist es für viele Deutsche trotzdem normal, Sprudelwasser zu Hause oder in Restaurants und Cafés zu trinken, was ich bis heute nicht sonderlich angenommen habe, da ich Wasser ohne Sprudel bevorzuge.

Hier eine Warnung, wenn man an einem Sonntag in Deutschland ankommt: Nichts ist geöffnet! Ja, man muss bis zum nächsten Tag warten, bevor man auf dem Markt oder in einem anderen Geschäft einkaufen kann. In Brasilien ist es üblich, dass einige Betriebe sonntags mindestens bis 13 Uhr öffnen.

Der Bürokratiealltag überrascht mich bis heute am meisten. Für alles muss man einen Termin vereinbaren und normalerweise hängen die bürokratischen Prozesse von vielen Briefen ab, was nicht sehr nachhaltig und effizient ist. Der Rest der Welt ist digitalisiert – aber nicht die Bürokratie in Deutschland.

👍 Neue Kontakte

Am ersten Wochenende in Potato Land hat mich meine Gastfamilie einem anderen Au-Pair-Mädchen vorgestellt. So fing ich an, neue Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Auf diese Weise begannen wir, zusammen mit den kostenlosen Materialien, die im Internet verfügbar waren, Deutsch zu lernen, da es mit einem Au-pair-Gehalt nicht möglich war, sich an einer deutschen Sprachschule einzuschreiben.

Neben all den Schwierigkeiten, von meiner Familie getrennt zu sein und eine ganz neue Routine in einer völlig anderen Sprache zu leben, ermöglichte mir das Au Pair, Deutsch zu lernen, viele neue Orte wie Südbayern, Österreich und Italien zu erkunden und Freundschaften fürs Leben zu schließen.

Das Gefühl, meine Ziele in Bezug auf die deutsche Sprache, Reisen und Freundschaften erreichen zu können, motivierte mich, noch etwas länger zu bleiben und mein Lernen zu verbessern und vielleicht sogar mein Studium hier fortzusetzen. Und so fing ich an, ein wenig mehr über die nächsten Schritte zu recherchieren und fand eine Möglichkeit für ein soziales Jahr bei den Carl Duisberg Centren. Ich habe nur Gutes über diese Sprachschule gehört und habe mich deshalb auf diese Stelle beworben.

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