
Mit Zungenbrechern die deutsche Sprache trainieren
„Fischers Fritze fischt frische Fische“ – kennst du diesen deutschen Zungenbrecher? Solche Sätze können einem ziemlich die Zunge verdrehen, weshalb man sie im Englischen passenderweise auch ‚Tongue Twister‘ nennt. Aber Zungenbrecher haben durchaus Vorteile und es macht Spaß, sich mit ihnen zu beschäftigen. Wir zeigen dir, wie Zungenbrecher dir dabei helfen, die deutsche Sprache zu trainieren.
Was sind Zungenbrecher?
Zungenbrecher sind Sätze, bei denen viele Wörter mit dem gleichen Anfangsbuchstaben vorkommen, die zudem häufig auch eine ähnliche Aussprache haben. Oft werden gleich klingende Worte aneinandergereiht, die sich nur in einer Silbe unterscheiden, was zu lustigen Versprechern führt. Zungenbrecher gibt es in unterschiedlicher Länge und in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und du kannst sie prima dazu nutzen, die Lippen „zu trainieren“. Schauspieler*innen und Moderator*innen verwenden Zungenbrecher beispielsweise als Übungen vor einem Auftritt, um sich besser vor der Kamera oder auf der Bühne ausdrücken zu können.
Was bringen Zungenbrecher beim Deutschlernen?
Beim Deutschlernen kann das Üben von Zungenbrechern sehr hilfreich sein, besonders, was die Aussprache bestimmter Wörter angeht. Du bekommst nicht nur eine deutlichere Aussprache, sondern lernst auch gleichzeitig die richtige Betonung, was dich sicherer im Umgang mit der Sprache macht. Dazu kommt, dass du häufig Wörter lernst, die du wahrscheinlich vorher noch nicht kanntest, denn Zungenbrecher beinhalten oft eher ungewöhnliche Wörter.
Welche Zungenbrecher eignen sich zum Sprachtraining?
Es gibt einige Klassiker unter den deutschen Zungenbrechern, die den meisten Deutschen bekannt sind. Du kannst mit ihnen bestimmte Laute trainieren oder auch lernen, dass unterschiedliche Buchstaben des deutschen Alphabets gleich ausgesprochen werden.
Hier sind vier Beispiele, mit denen du deine Sprachfähigkeiten verbesserst:
- Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut[1].
Hierbei trainierst du die Aussprache von Konsonanten mit einem folgenden „r“ oder „l“. Dieser Zungenbrecher ist deshalb so schwierig, weil die Buchstabenkombinationen „bl“, „br“, „kr“, „kl“, „au“ und „ei“ schnelle Zungenbewegungen erfordern und dadurch die Aussprache erschweren.
- Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen.
Die Schwierigkeit dieses Zungenbrechers liegt darin, dass die Buchstabenkombination „fl“ mehrmals schnell hintereinander vorkommt. Außerdem ist wichtig zu verstehen, dass das Wort „Fliegen“ in diesem Satz zwei Bedeutungen hat: Es steht einmal für die Insekten und einmal für das Verb „fliegen“.
- Zehn zahme Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
Dieser Zungenbrecher trainiert den Laut „z“, der im Deutschen meistens als „ts“ ausgesprochen wird. Er zieht sich durch den gesamten Satz, entweder gefolgt von einem langen Vokal (zehn, zogen, zahme, Ziegen) oder von einem kurzen Vokal (Zentner, Zucker, zum). Du lernst dabei also auch, die deutsche Aussprachelänge richtig zu verwenden.
- Der Wachsmaskenmacher macht Wachsmasken aus Wachsmaskenwachs.
Mit diesem Zungenbrecher trainierst du die Buchstabenfolge „chs“. Er ist besonders schwer, weil die Buchstabenkombinationen „achs“ und „ask“ sehr ähnlich klingen und sich schnell abwechseln. Er ist besonders hilfreich, wenn du dein Sprachgefühl für Rhythmus und Betonung weiterentwickeln möchtest.
[1] Der Begriff „Blaukraut“ bezeichnet Gemüse und ist in Deutschland unter mehreren Namen bekannt ist (häufig „Rotkohl“).
Zungenbrecher eignen sich hervorragend, um eine Fremdsprache zu lernen. Mit ihren komplexen Strukturen und ihrem Fokus auf die Aussprache bestimmter Buchstaben oder Wörter helfen sie, eine Sprache zu trainieren. Für Sprachanfänger*innen sowie für Fortgeschrittene, die ihre Aussprache verbessern wollen, sind Zungenbrecher daher eine hervorragende Übung.
Weitere Artikel zur deutschen Sprache gibt es in unser Blogkategorie „Deutsch lernen“.
